Zivilprozesse, Verwaltungsprozesse und Schiedsverfahren für Unternehmen

Schlagwort: Schiedsverfahren

Rückblick 2024/2025: Commercial Courts als Alternative im Wirtschaftsstreit

Historischer Rückblick auf 2024 und 2025, erstellt am 6. November 2026. Das Justizstandort-Stärkungsgesetz wurde 2024 verkündet und trat im Wesentlichen am 1. April 2025 in Kraft.

Spezialisierung und Verfahrenssprache

Das Gesetz schafft einen Rahmen für spezialisierte Commercial Courts und englischsprachige Verfahren. Die konkrete Zuständigkeit hängt auch von der Umsetzung im jeweiligen Bundesland und den gesetzlichen beziehungsweise vereinbarten Voraussetzungen ab.

Gericht oder Schiedsgericht?

Unternehmen sollten die Wahl anhand des Streitgegenstands, der Verfahrenssprache, des Schutzes vertraulicher Informationen und der späteren Vollstreckung treffen. Eine vorhandene Schiedsklausel wird durch die Einführung von Commercial Courts nicht automatisch unwirksam.

Quelle: Deutscher Bundestag zur Einführung von Commercial Courts

Grenzüberschreitende Prozesse vorbereiten

Rückblick 2018: Die DIS-Schiedsgerichtsordnung und effiziente Verfahren

Historischer Rückblick auf 2018, erstellt am 6. November 2026. Die DIS-Schiedsgerichtsordnung trat am 1. März 2018 in Kraft. Dieser Beitrag ordnet die Entwicklung ein; er wurde nicht bereits 2018 veröffentlicht.

Frühe Verfahrenskonferenz

Die Verfahrenskonferenz bietet Gelegenheit, das Verfahren an den Streitstoff anzupassen. Für Unternehmen bedeutet dies: Schon zu Beginn sollten Dokumentenumfang, Zeugen, Sachverständige und Vergleichsmöglichkeiten bewertet werden.

Bedeutung für heutige Verträge

Bei bestehenden Klauseln ist zu prüfen, welche Fassung der Regeln im konkreten Verfahren Anwendung findet. Für Kostenfragen sind spätere Änderungen zu berücksichtigen. Ein beschleunigtes Verfahren erfordert nach den DIS-Regeln eine Vereinbarung.

Quelle: DIS zur Schiedsgerichtsordnung 2018

DIS-Schiedsverfahren 2026: Kostenregeln und Verfahrensplanung prüfen

Stand: 6. November 2026. Die DIS weist bei ihrer Schiedsgerichtsordnung auf Änderungen der Anlage 2 mit Geltung ab 1. März 2026 hin. Für die Budgetplanung sollte daher die einschlägige Fassung der Kostenregeln zugrunde gelegt werden.

Das Budget umfasst mehr als Institutionskosten

Neben administrativen Kosten und der Vergütung des Schiedsgerichts entstehen regelmäßig anwaltliche Kosten, gegebenenfalls Sachverständigen- und Übersetzungskosten sowie Auslagen. Streitwert, Zahl der Schiedsrichter und die konkrete Verfahrensgestaltung beeinflussen das Budget.

Beschleunigung bewusst vereinbaren

Das beschleunigte Verfahren nach Anlage 4 setzt eine entsprechende Vereinbarung voraus. Es gilt nicht allein deshalb, weil der Streitwert niedrig ist. Ein enger Zeitplan verlangt, dass Dokumente, Zeugen und technische Gutachten frühzeitig vorbereitet sind.

Quelle: DIS-Regelwerke und Hinweis zur Anlage 2 · DIS: beschleunigte Verfahren

Prozesskosten und Verfahrensstrategie

Schiedsrechtsreform 2026: Was der Gesetzentwurf für Unternehmen vorsieht

Stand: 6. November 2026. Der Bundestag hat den Entwurf zur Modernisierung des Schiedsverfahrensrechts am 16. Oktober 2026 in erster Lesung beraten und an den zuständigen Ausschuss überwiesen. Die vorgesehenen Neuerungen sind damit noch nicht als geltendes Recht zu behandeln.

Digitale Verfahren und englische Sprache

Der Entwurf betrifft unter anderem digitale Verfahrensformen, elektronische Schiedssprüche und die Form von Schiedsvereinbarungen. Auch englischsprachige gerichtliche Verfahren mit Bezug zu Schiedssachen sollen erleichtert werden.

Was jetzt zu tun ist

Bestehende Schiedsklauseln sollten weiterhin anhand des geltenden Rechts geprüft werden. Bei neuen Verträgen verdienen Schiedsort, Institutionsregeln, Sprache, Zustellung und Dokumentation besondere Aufmerksamkeit. Unternehmen sollten die Reform verfolgen, ohne auf noch nicht geltende Erleichterungen zu vertrauen.

Quelle: Deutscher Bundestag, erste Lesung vom 16. Oktober 2026

Beratung und Vertretung im Schiedsverfahren

Zivilprozess 2026: neue Wertgrenzen für Zuständigkeit und Rechtsmittel

Veröffentlicht am 16. Januar 2026; fachlich überarbeitet am 6. November 2026. Seit Jahresbeginn gelten wichtige neue Wertgrenzen. Für die Verfahrensplanung müssen sachliche Zuständigkeit, Rechtsmittelzulässigkeit und Übergangsrecht getrennt geprüft werden.

Amtsgerichte: grundsätzlich bis 10.000 Euro

Nach § 23 GVG liegt die allgemeine Wertgrenze nun bei 10.000 Euro. Wertunabhängige Zuständigkeitsregeln bleiben zu beachten. Aus dem Betrag einer Forderung allein lässt sich daher nicht in jedem Fall das zuständige Gericht ableiten.

Berufung: mehr als 1.000 Euro oder Zulassung

Nach § 511 ZPO muss der Wert des Beschwerdegegenstands grundsätzlich 1.000 Euro übersteigen, wenn das erstinstanzliche Gericht die Berufung nicht zugelassen hat. Für die Nichtzulassungsbeschwerde ist die Wertgrenze des § 544 ZPO zu beachten.

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

Gerichtsstandsklauseln, die Wahl des Gerichts und die Wirtschaftlichkeit eines Rechtsmittels sollten anhand der aktuellen Regeln überprüft werden. Bei bereits laufenden Verfahren ist das Übergangsrecht entscheidend. Eine bestehende Frist wird durch die Reform nicht automatisch verlängert.

Die frühere Fassung dieses Beitrags enthielt pauschale Aussagen über vereinheitlichte internationale Fristen und allgemein verkürzte Entscheidungsfristen im Eilrechtsschutz. Diese Aussagen waren nicht belegt und wurden entfernt.

Berufung und Revision: aktuelle Voraussetzungen

Terminsvertreter beauftragen

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  • Unsere Standorte

    Der Hauptsitz der Kanzlei horak Rechtsanwälte/ Fachanwälte/ Patentanwälte befindet sich in der Landeshauptstadt Niedersachsens in Hannover. Hier verfügen wir über zentrale Einrichtungen, auf die auch von unseren Standorten aus zugegriffen werden kann, wie Server, digitale Bibliothek, Telefonzentrale u.a. Wir sind Rechtsanwälte und stehen mit allen anwaltlichen Berufsträgern aus der Rechtsanwaltschaft und der Patentanwaltschaft für zielorientierte…

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Lassen Sie sich deutschlandweit beraten und vertreten. Sie finden uns in bedeutenden Metropolen.

Der prozessbevollmächtigter Rechtsanwalt beauftragt einen anderen Rechtsanwalt, für ihn als Terminsvertreter einen gerichtlichen Termin vor Ort wahrzunehmen.

Forum Shopping

Gerichtseinkaufsbummel, so heißt Forum Shopping auf deutsch. Darunter versteht man das systematische Ausnutzen nebeneinander bestehender Zuständigkeiten, um rechtliche oder tatsächliche Vorteile auszunutzen.

Häufig verbleibt einem Kläger jedoch keine Auswahl unter mehreren örtlich zuständigen Gerichten, sondern er ist verpflichtet seine Klage bei dem örtlich zuständigen Gericht zu führen.

Für Klagen existieren bestimmte örtliche Zuständigkeiten.

Rechtsanwalt Dipl.-Ing. Michael Horak, LL.M.

Die Verhandlungstermine finden am Ort des Prozessgerichts statt. Der vom Mandanten beauftragte Rechtsanwalt (Hauptbevollmächtigter) kann aus den unterschiedlichsten Gründen einen Anwalt am Ort des Gerichts, der ihn für den Prozess bzw. Termin vor dem Richter vertritt (Terminsvertreter oder Prozessvertreter) im Benehmen mit dem Mandanten beauftragen.

Geheimurteilen verboten

Prozesse werden durch Schriftsätze vorbereitet und aufgrund des Verbotes von Geheimurteilen zumindest in aller Regel (ausser in einstweiligen Verfügungssachen) aufgrund des Mündlichkeitsprinzips in einer mündlichen Verhandlung geführt.

Terminsvertretung gehört zum juristischen Geschäftsalltag.

Rechtsanwalt Dipl.-Ing. Michael Horak, LL.M.

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  • Landgericht Göttingen als imposantes Bauwerk

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Die vom DFB gegen einen Ligateilnehmer für das Verhalten seiner Anhänger verhängte verschuldensunabhängige Verbandsstrafe ist rechtmässig

a) Die vom Deutschen Fußballbund gemäß § 9a der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung gegen einen Ligateilnehmer für das Verhalten seiner Anhänger verhängte verschuldensunabhängige Verbandsstrafe in Form einer Geldstrafe stellt keine strafähnliche Sanktion dar, die dem mit Verfassungsrang ausgestattetem Schuldgrundsatz unterliegen könnte.
b) Zu den wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts im Sinne des ordre public gehört der aus dem Rechtsstaatsprinzip und den Freiheitsrechten fol-gende Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, der auch in der Zivilrechtsordnung Geltung beansprucht. Eine Verletzung des ordre public liegt allerdings nur vor, wenn die Anerkennung oder Vollstreckung des Schiedsspruchs zu einem Er-gebnis führt, das eklatant gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstößt.

BGH BESCHLUSS I ZB 54/20 vom 4. November 2021

in dem Verfahren auf Aufhebung eines inländischen Schiedsspruchs

ZPO § 1059 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. b

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